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Die geistliche Arbeit

  Capellanía (Geistliche Betreuung)

Die Capellanía will den Raum, die Zeit und die Möglichkeit schaffen, damit Mitarbeiter, Patienten, Begleiter, Auszubildende und andere Personen eine Begegnung mit Gott haben können.

Wir tun dies auf verschiedene Art und Weise:

• Mit christlicher Literatur (kostenfrei und/oder Verkauf)

• Vorträge und christiliche Botschaften

• Christian Musik (über Lautsprecher in Warteräumen und Krankenzimmern)

• Beratung und Seelsorge

• Besuche bei Patienten

Lepra Stigmatisierung und die Bibel

Eine der schwierigsten Aufgaben, die wir haben, ist es, einige Missverständnisse, der Menschen über Lepra zu klären. Elisas Geschichte und die biblische Reflektion kann zur Klärung einiger Fragen helfen.

¨Sie wollen mich nicht mehr als Nachbarin haben!¨ Mit diesem Anliegen kam Elisa zu uns. Ihre Nachbarn sammelten Unterschriften, um sie aus dem Stadtvierte (Barrio) zu verbannen. Sie wollten es auch verhindern daβ Elisas Kinder zur nahegelegenen Schule gingen und Kontakt mit anderen Kindern hatten.

Elisa wohnt ganz in der Nähe von Asunción. Sie hat die Lepra Behandlung schon abgeschlossen. Aber irgendwie haben ihre Nachbarn es herausgefunden, daβ sie Lepra gehabt hatte. Jetzt haben sie alle Angst und wollen keinen Kontakt mehr mit ihr haben. Jemand ist auf die Idee gekommen, Unterschriften zu sammeln um sie zum Umzug zu bewegen.

Gott sei Dank ist Elisa nicht so leicht unterzukriegen. Sie besorgt sich bei uns einen Brief der ihre Stituation erklärt: ¨Elisa ist behandelt und geheilt worden. Sie ist nicht mehr ansteckend. Sie kann ein normales Leben führen.¨ Sie fotokopiert diese ¨frohe Botschaft¨ und verteilt sie an ihre Nachbarn. In ihrer offenen, direkten und entschlossenen Art überzeugt sie die Leute, nicht mehr gegen sie zu arbeiten. Elisa kann vorerst weiter in ihrem Haus leben und ihre Kinder können weiter zur Schule gehen.

Die Geschichte von Elisa ist nur eine von Tausenden. Fast jede von Lepra betroffen Person könnte mehrere Geschichten von Ausgrenzung, Diskriminierung und Stigma erzählen. Stigma ist die negative Reaktion die Leute haben gegenüber Personen die anders sind. Was bewegt Leute, so mit Leuten die mit Lepra betroffen sind umzugehen? Woher hat man dieses Konzept? Hier auf Km 81 hat man sich diese Frage öfters gestellt und sie auch den Leuten gestellt. Wenn man etwas tiefer bohrt und nachfragt kommt man fast immer auf die Bibel als Ursprung von solchen Verhaltensweisen.

Das Gesetz Moses schreibt folgendes vor: Wer nun aussätzig ist, soll zerrissene Kleider tragen und das Haar lose und den Bart verhüllt und soll rufen: Unrein, unrein! Und solange die Stelle an ihm ist, soll er unrein sein, allein wohnen, und seine Wohnung soll außerhalb des Lagers sein (3 Mose 13, 45-46). Wenn man sich dannach richten will, dann sollte man so wenig wie möglich mit einem Lepra Kranken zu tun haben.

Die Frage, die man sich aber vorher stellen sollte ist: Trifft dies Gesetz wirklich auf die Lepra Kranken zu? Das wichtigste Kennzeichen von Lepra ist Gefühllosigkeit. Wenn man die Beschreibung in 3. Mose 13 liest, ist in keinem Fall von Gefühllosigkeit die Rede. Wir können also davon ausgehen das es hier um verschieden Hautkrankheiten geht und nicht umbedingt und ausschlieβlich um Lepra. Dies alleine bringt uns vielleicht auch noch nicht viel weiter, denn Lepra ist ja auch eine Hautkrankheit. Wie sollten wir also als Christen mit Lepra Kranken umgehen, ohne das wir gegen das Wort Gottes verstossen?

Wir Christen folgen Jesus Christus. Jesus hat uns gezeigt wie man mit Aussätzigen umgeht. Er ändert zwar nicht das Gesetz, aber er zeigt uns was wirklich wichtig ist. In Lukas 5, 12-14 sehen wir das Jesus diesen Aussätzigen anfasst, heilt und rein spricht. Aber er schickt ihn zum Priester. Das tut Jesus weil der Priester die Person war die den ehemaligen Unreinen als rein erklärte. Das hieβ, daβ der ehemalige Aussätzige wieder zu seiner Familie, Arbeit, Gemeinschaft usw. Zugang hatte. Für Jesus war es also wichtig das diese Person geheilt wurde und aufgerichtet wurde. Es war aber genau so wichtig das diese Person ihren Platz in der Gesellschaft wieder einnehmen konnte. In Matthäus 10, 8a sendet Jesus seine Jünger um Kranke zu heilen, und Aussätzige zu reinigen. Es geht also nicht nur um die Krankheit, sondern auch um die soziale Ausgrenzung. Jesus will das wir uns einsetzen damit unsere Gesellschaft Leute nicht als unberührbar oder unrein bezeichnet. Wir sind froh das wir Elisa dabei helfen konnten und wir bitten Gott dass unser Gesellschaft so verändert wird, dass es keine Aussätzigen mehr gibt.

Bemerkung: Sie können uns helfen das Stigma der Lepra zu bekämpfen indem sie Begriffe wie ¨Aussätziger¨ ¨leproso¨(Spanisch) und ¨leper¨(Englisch) aus ihrem Wortschatz streichen. Diese Begriffe sind erniedrigend und diskriminierend. Kein Mensch will durch eine Krankheit gebrandmarkt werden. Sie können Lepra Patient oder Hansen Patient sagen. Bitte klären sie auch ihre Familie, Bekanntenkreis, Arbeitskollen, Nachbarn usw. darüber auf.

km81 - Asociación Evangélica Mennonita del Paraguay
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